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Rathaussturm Nr. 4 - Bestell-Nr.: 138 - Preis: 10,-- Euro



von Tilo Gernert


Präsident)

Hört Ihr Leut und laßt Euch sagen, die Uhr hat längst schon 12 geschlagen

Was wir seit Jahren hier verkünden, anprangern denen ihre Sünden

die hier im Rathaus so regiern, daß wir bald Haus und Hof verliern.


Es kam noch schlimmer als wir dachten,

als wir beim Wähln das Kreuzchen machten

beim Stadtrat und beim Bürgermeister, heute sag ich, Scheibenkleister,

was ich lese, sehe, hör, alle Konten die sind leer.


Ob in Berlin, ob in den Ländern, xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

vorm Bankrott steht jede Kasse, xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Dabei war alles gut bestellt, alle schwammen wir im Geld,

als das Wirtschaftswunder kam, der Geldsegen kein Ende nahm.


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Nicht kleckern, klotzen, hieß das Motto und ohne Flachs,

der kleinste Otto den wir einmal nach vorn gewählt,

fühlte sich dadurch so gestählt, xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

unbedingt ein Denkmal setzen.


Davon stehn heute viele rum, die Schulden bringen uns fast um.

Und Viele die uns das bescherten, genießen heut in unsrem Land,

den gutversorgten Ruhestand.


Im Rathaus hier im großen Saal, sitzen die Leute unsre Wahl,

sie sollten würdig uns vertreten, sparsam achten auf einen Jeden.


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Er träumt im Schlaf von Straßenkosten, xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

die allesamt nur daherrühren, weil Bürgermeister und der Rat

sie hier im Haus beschlossen hat.


Damit das nicht so weitergeht, wird heute tacheles gered,

ich sag die Narren an die Macht, auch wenn darüber mancher lacht.


Unser Elferrat der steht bereit, für ihn ist es ne Kleinigkeit

dieses Rathaus zu regieren und die Amtsgeschäfte fortzuführen.


Bürgermeister im Rathaus, rück sofort die Schlüssel raus.



Bürgermeister)


Ihr wollt regieren dieses Haus, da lache ich ja grad heraus.

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Denn bei Champagner, Schnaps und Bier, regierten die Promille hier.

Da hieß es bei Euch Narrenbrüder nach einer Stunde auf und nieder.


Der Ratstisch würde ungeniert, zu Tanzbühne umfunktioniert,

weil Ihr Euch nur das Beste gönnt und auch auf hübsche Mädchenbeine

im Rathaus nicht verzichten könnt.


Von wegen wir machen Euch arm. wenn ich einen von Euch anschau,

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Die Klamotten kosten Geld und in der fünften Jahreszeit

seid Ihr zum Geld ausgeben bereit.


Ihr knausert nur bei Euren Frauen, xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

da laßt den Sektkorken Ihr knallen, Ihr wollt den Mädchen ja gefallen.


Denn wenn der Jugendreiz dahin, da muß der Euro eben ziehn

und Geld, das öffnet Tor und Tür, so ist es heut, so war es früher.


Nur eine Tür, die bleibt heut zu und das ist unsre, nun ist Ruh.


Präsident)


Habt Ihr jetzt alle zugehört, ich sag es laut, ich bin empört.

Der Bürgermeister in dem Bau, nennt einen Elferrat nen Pfau.


Wenn freundlich wir jemand zuprosten, dann geht das stets auf unsre Kosten.

Doch fließt bei Euch der Wein in Strömen, solltet Ihr Euch etwas schämen,

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Bürgermeister)


Jetzt erfaßt mich langsam Zorn, verrammelt alles hint und vorn

und laßt die raugeputzten Narren draußen auf der Straße harren.


Bis sie schwarz wern, diese Brüder, dann verziehn sie sich schon wieder.

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Präsident)

Genauso hab ich mirs gedacht, wir stehn hier draußen in der Kält

und die versaufen unser Geld.

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Herr Bürgermeister hört mich an, bald kräht am Dach der rote Hahn.


Bürgermeister)


Um Himmelswilln, kei Brennerei, die Feuerwehr hat heute frei.

Die wollen sich, ganz im Vertraun, xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Öffnet die Tür und laßt sie rein, stellt bereit auch Brot und Wein.



(Das Rathaus wird gestürmt)


(Präsident im Rathaus)


Herr Bürgermeister, das war klug, denn Schulden habt Ihr eh genug.

Durch`s Nachgeben gabs keinen Schaden, wir können uns am Weine laben.


Wir hoffen er ist nicht zu sauer, das würdet Ihr sonst sehr bedauer.

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Ab sofort könnt Ihr pausieren,der Elferrat wird nun regieren

und mit Humor, Witze und Lachen dem Volke wieder Freude machen.

Rückt jetzt schnell die Kasse raus und die Schlüssel von dem Haus.


Dann können wir für die nächsten Zeiten wieder gute Freunde bleiben.


(Bürgermeister)


Hier der Schlüssel Herr Präsident, die Kasse steht am andren End.

Sie ist leer, das ist bekannt, wie alle Kassen hier im Land.


Bei uns herrscht überall schon Not, wir haben Wein und trocknes Brot.

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Eure Mädchen solln die Beine schwingen und den Männern Freude bringen,

damit ein jeder sagen kann, hier in der Stadt(oder auf dem Dorf) da ist was los

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(Präsident)


Danke für die Schmeicheleien, doch das wird Euch nicht befreien.

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Doch braucht Ihr auf dem Gefängniswagen keine schweren Ketten tragen.

Als Wegzehrung dürfen es sein, xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Wir wolln uns hier noch etwas wärmen, xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

und alle Räte einkassiern. Wenn einige nicht gleich pariern,

dann schenkt denen statt guten Wein gechlortes Leitungswasser ein.


Nun laßt erzittern diesen Bau mit einem donnernden Helau


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